Wie man die Katastrophe überlebt

Ein wunderbarer Roman, der sich leicht und beschwingt liest und der zugleich tiefgründig, klug und berührend ist. Fesselnd und spannend bis zur letzten Seite, mit manch überraschender Wendungen, erzählt er davon, was in einer Gesellschaft passiert, wenn über Wochen im ganzen Land der Strom ausfällt, Gas und Benzin knapp werden, Läden schließen und die Lebensmittel aus den Regalen verschwinden. In John Ironmonger´s Buch mutieren die Menschen aber gerade nicht zu alles und dadurch am Ende auch sich selbst zerstörenden Egoisten. Vielmehr haben Mitgefühl und Selbstlosigkeit auch bei einem bevorstehenden zivilisatorischen Untergang noch eine Chance, wenn sich nur ein Mensch findet, der menschliche Werte vorlebt. Der Protagonist Joe Haak ist solch ein Mann. Er wird zusammen mit einem Wal an den Strand eines kleinen Dorfes in Cornwall gespült, und was sich daraus entwickelt, ist eine wunderschön erzählte Geschichte, die zum Nachdenken anregt und das Herz anrührt. Den ökonomischen Zusammenbruch, den er als Analyst einer Bank vorhergesagt hat, kann er zwar nicht aufhalten. Aber er rettet wenigstens die Menschen in diesem kleinen Dorf in Cornwall. Genauer gesagt: Er gibt den Anstoß, dass dessen Einwohner nicht nur sich selbst und ihre direkten Nachbarn, sondern auch Menschen aus einem benachbarten Ort vor dem Hungertod bewahren. Eine toll erzählte Geschichte mit viel Stoff zum Nachdenken über den menschlichen Zusammenhalt, aber über das Wesen des Menschsein an sich und die dabei hell und heiter daherkommt so dass auch der Humor nicht zu kurz kommt.

Thomas Zmija

Ironmonger, John
Fischer, S. Verlag GmbH
ISBN/EAN: 9783103974270
22,00 € (inkl. MwSt.)